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Ergebnisse

Unsere Geschäftstätigkeit wirkt sich auf die Umwelt aus: Es entstehen Treibhausgasemissionen, Abwasser und Abfälle. Zudem verwenden wir Materialien, die die Umwelt negativ beeinflussen können, sofern sie nicht fachgerecht gehandhabt werden. Wir erfüllen an allen Produktionsstandorten strenge Schutzvorgaben und passen uns kontinuierlich neuen regulatorischen Anforderungen an. Da natürliche Ressourcen immer knapper werden, wollen wir Energie, Wasser und Materialien so effizient wie möglich nutzen.

Unser Ansatz zum betrieblichen Umweltschutz

Um negative Umweltauswirkungen zu minimieren und die Umwelt zu schützen, ist ein ganzheitlicher Ansatz nötig. Unser Ziel ist es, schädliche Emissionen in die Luft, ins Wasser und ins Erdreich strengstens zu überwachen und weitestmöglich zu vermeiden. Unsere Produktionsstandorte liegen in ausgewiesenen Industrie- und Gewerbegebieten. Wenn wir ein Unternehmen – und damit zugleich dessen Standorte – kaufen wollen, prüfen wir zuvor die ökologischen Risiken. Dabei berücksichtigen wir auch öffentlich zugängliche Informationen, beispielsweise von Anwohnern oder Nichtregierungsorganisationen (NGOs).

Wie wir unseren betrieblichen Umweltschutz organisieren

Verantwortlich für den betrieblichen Umweltschutz ist Belén Garijo, Mitglied der Geschäftsleitung. Ihr Verantwortungsbereich umfasst neben dem übergeordneten betrieblichen Umweltschutz auch die Themen Klimaschutz, Wassermanagement, Abfall und Recycling, sowie Prozess- und Anlagensicherheit. Für die weltweite Steuerung aller dazugehörigen Maßnahmen ist die Konzernfunktion „Environment, Health, Safety, , Quality“ () zuständig. Vor Ort verantworten die jeweiligen Standortleiter den operativen Umweltschutz und die Arbeitssicherheit. Sie werden durch -Manager (Environment-, Health- and Safety- Manager) – an kleinen Standorten von EHS-Koordinatoren – unterstützt und beraten. Diese lokalen EHS-Organisationen berichten an die Konzernfunktion EQ und arbeiten eng mit ihr zusammen.

Im Jahr 2019 umfasste unsere EHS-Organisation mehr als 200 EHS-Manager – vor Ort unterstützt durch weitere Mitarbeiter. Jeder neue -Manager absolviert ein dreitägiges EHS-Initialtraining (EHStart-up!) in unserer Darmstädter Firmenzentrale. Das Training schult zu Themen wie beispielsweise Energieeffizienz und Klimaschutz, Wassermanagement, Arbeitssicherheit und Prozesssicherheit sowie zu unserem „Rapid Incident Report System“ (RIRS). Alle EHS-Manager erhalten regelmäßige Online- und Präsenzschulungen zu neuen Anforderungen und Vorschriften.

Die Leitung der Konzernfunktion EQ informiert die Geschäftsleitung regelmäßig über den betrieblichen Umweltschutz. Halbjährlich erstellt EQ einen Bericht zu Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsthemen für die Geschäftsleitung. Dieser Bericht umfasst auch die Themen Klimaschutz, Wassermanagement, Abfall und Recycling sowie Prozess- und Anlagensicherheit. Sein Fokus liegt auf den erreichten Fortschritten. Die Geschäftsleitung nutzt ihn als Informationsquelle sowie als Nachweis für die Zertifizierung nach und BS 18001.

Unsere Geschäftsleitung ist verantwortlich für die Freigabe übergeordneter, unternehmensweiter Richtlinien, beispielsweise unserer EHS-Policy (Environment, Health and Safety Policy). Operative Standards gibt der Leiter der Konzernfunktion frei.

Strategische Entscheidungen zu Emissions- und Energie-, Wasser- und Abfallthemen innerhalb unserer Unternehmensbereiche trifft das Operations Leadership Committee (OLC). Es umfasst Repräsentanten aus Healthcare, Life Science und Performance Materials sowie der Konzernfunktion EQ. Entscheidungen des OLC und daraus folgende Maßnahmen werden im jeweils betroffenen Unternehmensbereich umgesetzt.

Wenn wir neue Standorte und Anlagen planen, beziehen wir die Konzernfunktion EQ stets ein. Sie ist dafür verantwortlich, die ökologischen Aspekte eines Projekts zu prüfen, und berät die Standorte. Bei größeren Projekten bewertet sie Umweltauswirkungen detailliert.

Info

Unsere Konzernfunktion EQ (Environment, Health, Safety, Security, Quality)

Aufgaben der konzernweiten Governance- und Service-Einheit „Environment, Health, Safety, Security, Quality“
  • Entwicklung und Implementierung der konzernweiten EQ-Strategie
  • Durchführung von Umwelt- und Sicherheitsaudits
  • -Audits zur Einhaltung von Regularien
  • Implementierung der EQ-Managementsysteme
  • Durchführung von EQ-Verbesserungsprogrammen
  • Beratung bei Investitionen, Verfahrensentwicklungen und Akquisitionen
  • Schulungen
Aufgaben der lokalen EHS-Einheiten:
  • Abwasserbehandlung
  • Abfallmanagement
  • Umweltanalytik
  • Anlagensicherheit
  • Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • Feuerschutz/Gefahrenabwehr
  • Genehmigungsverfahren

Festgelegte Meldeprozesse bei Vorfällen

Um kritische Situationen, Beinaheunfälle und Umweltvorfälle schnellstmöglich zu bearbeiten und Gegenmaßnahmen einzuleiten, nutzen wir festgelegte Meldeprozesse. Dabei halten wir den jeweiligen Vorfall, seine Schwere und alle Aktivitäten zur Risikominderung fest. Die Vorfälle erfassen wir konzernweit und berichten sie halbjährlich an die Geschäftsleitung.

Über unser online-basiertes „Rapid Incident Report System“ (RIRS) melden wir schwerwiegende Vorfälle schnellstmöglich an die Geschäftsleitung, die Konzernfunktionen EQ sowie „Group Communications“. Mögliche schwerwiegende Vorfälle sind: Todesfälle, Unfälle mit mehreren Verletzten, Schäden, die sich über Werksgrenzen hinaus auswirken, Umweltkatastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen. Durch RIRS können wir alle Beteiligten schnell koordinieren und betroffene Standorte umgehend über den jeweiligen Vorfall informieren.

Integration von Versum Materials und Intermolecular

Im Zuge der Integration der von uns akquirierten Unternehmen Versum Materials und Intermolecular prüfen wir die dort bestehenden Managementstrukturen, Policies, Standards und Prozesse für betrieblichen Umweltschutz. Wo notwendig, implementieren wir unsere internen, unternehmensweiten Vorgaben. Ebenso überprüfen wir den bisherigen Erhebungsprozess für umweltbezogene Kennzahlen und arbeiten an einer Vereinheitlichung der Methodologie sowie der Zeitvorgaben. Ab dem Berichtsjahr 2020 beziehen wir umweltbezogene Kennzahlen für Versum Materials und Intermolecular in unsere Berichterstattung ein.

Wozu wir uns verpflichten: Standards und Handlungsanweisungen

Grundlage unseres betrieblichen Umweltmanagements bildet die konzernweite EHS-Policy (Environment, Health and Safety Policy), die unsere Geschäftsleitung verabschiedet hat. Die Richtlinie orientiert sich an den Anforderungen der „Responsible Care® Global Charter“ der chemischen Industrie sowie an der Umweltmanagement-Norm . Sie betont die Verantwortung unserer Führungskräfte für Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit. Darüber hinaus wendet sie sich an unsere Lieferanten und ermutigt diese, ebenfalls verbesserte Standards für Umweltschutz und Sicherheit einzuführen. Sie ergänzt damit die „Responsible Sourcing Principles“ unseres Einkaufs.

Interne Richtlinien, Standards und Handlungsanweisungen konkretisieren, wie wir die Grundsätze unserer EHS-Policy in die Praxis umsetzen. Das Handbuch „Merck Group EHS, Security and Quality Manual“ beispielsweise beschreibt, wie wir Umweltschutz und Arbeitssicherheit konzernweit organisieren. Den betrieblichen Umweltschutz regeln wir zudem in weiteren internen Standards, zum Beispiel im „Air Emissions Standard“, im „Waste Management Standard“, in unseren Standards zu nachhaltigem Wassermanagement oder im „Energy Management Standard“.

Um mögliche EHS-Risiken bei Akquisitionen, Verkäufen oder Standortschließungen einzuschätzen, bewerten wir sie im Rahmen einer . Diesen Prozess beschreibt unser „EHS Due Diligence and Post Merger Transaction Standard“. Neue Standorte werden mit hoher Priorität auditiert.

Unsere internen Richtlinien, Standards und Handlungsanweisungen überprüfen wir regelmäßig. 2019 aktualisierten wir mehrere Standards und Prozesse oder führten sie neu ein. Beispielsweise überarbeiteten wir den Standard „Fire Protection“. Er gibt unseren Standorten klare Vorgaben zum Feuerschutz an die Hand. 2019 etablierten wir darüber hinaus einen neuen Standard zum sicheren Arbeiten im Labor („Laboratory Safety“).

Wesentliche Aufwände für Umweltschutzmaßnahmen und -investitionen

Emissionen in die Luft, ins Wasser und ins Erdreich zu verhindern und zu überwachen, ist für uns mit erheblichen Ausgaben verbunden. Auch die ordnungsgemäße Abfallentsorgung verursacht hohe Kosten. Zudem bildeten wir Rückstellungen für Grundwasser- und Bodensanierungen. So stellen wir sicher, dass wir alle notwendigen Maßnahmen durchführen können. Unsere Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen betrugen zum 31. Dezember 2019 insgesamt 142,7 Mio. €. Davon entfielen 93 % auf die Merck KGaA.

Bewertung von Umweltaspekten und Meldung von Verstößen

Grundsätzlich führen wir alle drei Jahre risikobasierte Bewertungen sowie interne und externe Audits an all unseren Produktionsstandorten durch. Ziel ist es, unsere Auswirkungen auf die Umwelt zu analysieren, zu verringern und die Einhaltung unserer Vorgaben sicherzustellen. Diese Bewertungen führt die Konzernfunktion EQ durch. Bei Bedarf leiten wir anschließend geeignete Maßnahmen ein. Zudem sind Meldemechanismen etabliert, um mögliche Verstöße gegen Vorgaben aufzudecken. In unseren „Group EHS-Audits“ bewerten wir Standorte auf einer fünfstufigen Skala: „ausgezeichnet“, „gut“, „befriedigend“, „schlecht“ und „kritisch“. Je nach Bewertung passen wir die Häufigkeit der Audits an: Bei guten Audit-Ergebnissen überprüfen wir den Standort seltener, bei signifikanten Verstößen kann die Audit-Frist auch verkürzt werden. Im Jahr 2019 erhielten 93 % der auditierten 41 Standorte ein „gut“ oder „befriedigend“, kein Standort wurde als „kritisch“ eingestuft.

Zudem können Mitarbeiter eventuelle Verstöße gegen unsere Vorgaben der Compliance-Abteilung melden. Im Berichtszeitraum 2019 registrierten wir konzernweit keine signifikanten Verstöße gegen Umweltgesetze und -vorschriften.

Gruppenzertifikat nach ISO 14001:2015

Seit 2009 hält unser Unternehmen für die Norm ein Gruppenzertifikat. Dies bedeutet, dass alle Produktionsstandorte mit mehr als 50 Mitarbeitern ein entsprechendes Umweltmanagementsystem mit festen Messgrößen, beispielsweise zu und Wasserverbrauch, einführen müssen. Anderen Standorten steht die Zertifizierung frei. Durch jährliche interne Audit-Berichte und Management-Reviews ermöglicht uns das Gruppenzertifikat einen besseren Überblick über die Leistungen aller Standorte.

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Standorte weltweit umfasst das ISO 14001-Zertifikat.

Jedes Jahr lassen wir unsere Zertifizierung extern überprüfen. Bei einer Stichprobe für das Gruppenzertifikat wurden 2019 zehn Standorte extern auditiert. Alle geprüften Standorte bestanden das Audit. Darüber hinaus stellen interne Audits sicher, dass unser Unternehmen alle Vorgaben einhält.

Austausch zu Umweltthemen

In Verbänden tauschen wir uns zu übergeordneten Umweltthemen aus. Zudem bringen wir uns als Mitglied des „European Process Safety Center“ und der Kommission für Anlagensicherheit des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zu Themen wie Prozess- und Anlagensicherheit ein. Themen von lokaler Bedeutung besprechen wir auch in Bürgerdialogen vor Ort.

Biodiversität an unseren Standorten

Unversiegelte Flächen sind ein wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen. An unseren Standorten sind wir jedoch dazu verpflichtet, bestimmte Flächen zu versiegeln. So minimieren wir das Risiko, dass Chemikalien in die Umwelt gelangen. Sofern es die Sicherheitsauflagen erlauben, erhöhen wir den Anteil an unversiegelten Flächen.

Biodiversität
Biodiversität beschreibt die Vielfalt an Ökosystemen, Lebensräumen und Landschaften auf der Erde, die Artenvielfalt und die genetische Vielfalt innerhalb einer biologischen Art oder Population.
Security
Security (deutsch: Sicherheit) umfasst alle notwendigen Maßnahmen sowie Leitungs- und Kontrollaktivitäten zur Aufdeckung, Auswertung, Behandlung und Abwehr von Sicherheitsbedrohungen und kriminellen Machenschaften gegenüber Unternehmen. Sie dienen dem Schutz der Mitarbeiter sowie unserer materiellen und immateriellen Vermögenswerte.
EQ
EQ steht für unsere Konzernfunktion „Environment, Health, Safety, Security, Quality“.
EHS
Environment, Health and Safety: Mit der Abkürzung werden Umweltmanagement, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit in Betrieben beschrieben.
EHS
Environment, Health and Safety: Mit der Abkürzung werden Umweltmanagement, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit in Betrieben beschrieben.
ISO 14001
Diese internationale Norm legt weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem fest.
OHSAS
Occupational Health and Safety Assessment Series (OHSAS) ist ein internationales Arbeitsschutzmanagementsystem.
EQ
EQ steht für unsere Konzernfunktion „Environment, Health, Safety, Security, Quality“.
Compliance
Unter dem Begriff Compliance wird die Einhaltung von Gesetzen und Regelwerken sowie unternehmensinternen freiwilligen Kodizes zusammengefasst. Compliance ist Bestandteil der ordnungsgemäßen Unternehmensführung.
ISO 14001
Diese internationale Norm legt weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem fest.
Due Diligence
Als Due Diligence wird eine mit „gebotener Sorgfalt“ vorgenommene Risikoprüfung bezeichnet.
ISO 14001
Diese internationale Norm legt weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem fest.
Treibhausgase
Treibhausgase sind Gase in der Atmosphäre, die zur globalen Erwärmung beitragen. Man unterscheidet zwischen natürlich vorkommenden Treibhausgasen und Treibhausgasen, die durch Menschen verursacht werden (zum Beispiel CO2-Emissionen durch die Verbrennung fossiler Energieträger).

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