Viele Menschen sind krank, ohne es zu wissen. Obwohl es wirksame Arzneimittel und Therapien gibt, werden diese Menschen entweder gar nicht oder nicht rechtzeitig behandelt. Um dem entgegenzuwirken, führen wir weltweit Aufklärungskampagnen durch: So verbreiten wir Wissen über Krankheiten, ihre Symptome und mögliche Behandlungen. Denn Gesundheitspersonal und Patienten können nur dann informierte Entscheidungen über Therapien fällen, wenn sie auch über das entsprechende Wissen verfügen.
Unser Ansatz zur Verbesserung des Gesundheitsbewusstseins
Bewusstseinsbildung spielt eine entscheidende Rolle in unserem Ansatz, den Zugang zu Gesundheitsversorgung zu verbessern. Unser Ziel ist es, sowohl Gemeinden als auch medizinische Fachkräfte sowie Patienten mit geeigneten Instrumenten, Informationen und Fähigkeiten auszustatten: So versetzen wir sie in die Lage, fundierte Entscheidungen zu Prävention, Diagnosen, Behandlungen, Pflegemaßnahmen und Krankheitsmanagement zu treffen.
Wir arbeiten häufig mit engagierten Partnern zusammen, um Aufklärungskampagnen zu Vorbeugung, Frühdiagnose und Bewusstseinsbildung durchzuführen. Damit stärken wir auch die Kompetenzen medizinischer Fachkräfte, die in Forschung, Medizintechnik und Gesundheitsversorgung tätig sind.
Wie wir das Gesundheitsbewusstsein stärken
Unsere Aktivitäten, mit denen wir das Gesundheitsbewusstsein fördern, richten wir strategisch an unseren Geschäftsfeldern aus. Unsere Organisationseinheiten planen vielfältige Projekte, die sie entweder weltweit oder an den jeweiligen Niederlassungen vor Ort umsetzen. Dabei richten sie die Projekte an den Bedürfnissen vor Ort aus. Bei weltumspannenden Kampagnen sind die Niederlassungen außerdem dafür verantwortlich, Menschen in ihrer Region zu mobilisieren.
Wozu wir uns verpflichten: Bewusstsein stärken, Gesundheit verbessern
Unsere Strategie für den Zugang zu Gesundheitsversorgung umfasst das Thema Bewusstseinsbildung. Das strategische Vorgehen ist in unserer „Access to Health Charta“ beschrieben, die wir 2019 überarbeiteten. Für Aufklärungskampagnen gelten außerdem die jeweils relevanten Marketinggrundsätze, die unsere Richtlinien wie der „Pharma Code for Conducting Pharmaceutical Business and Pharmaceutical Operations“ vorgeben. Des Weiteren unterliegen die Kampagnen unseren internen Leitlinien und Vorschriften, die unsere Beziehung zum Gesundheitswesen regeln. Darüber hinaus gelten unsere Prozesse zur Überprüfung von Kommunikationsmaterial sowie weitere konzernweite, regionale und lokale Regeln und Vorschriften.
Weltweite Aufklärungskampagnen
Auf der ganzen Welt führen wir regelmäßig Aufklärungskampagnen zu verschiedenen Krankheiten durch. Dazu arbeiten wir häufig mit Patientenorganisationen zusammen. Wir konzentrieren uns auf Erkrankungen, bei denen wir aufgrund unseres Kerngeschäfts über großes Fachwissen und Erfahrung verfügen. Dazu zählen vor allem Krebs – besonders Darm- und Kopf-Hals-Krebs – sowie Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes und Multiple Sklerose.
Aufklärung und Wissenstransfer zu Schilddrüsenerkrankungen
2019 setzten wir unsere Aufklärungsarbeit zu Schilddrüsenerkrankungen fort. So förderten wir weltweit die Internationale Woche der Schilddrüsengesundheit, die im Mai 2019 zum elften Mal in Folge stattfand. Diese jährliche Aufklärungskampagne haben wir gemeinsam mit der internationalen Schilddrüsenvereinigung Thyroid Federation International (TFI) ins Leben gerufen. Sie informiert über weniger bekannte Aspekte von Schilddrüsenerkrankungen.
Im Laufe der diesjährigen internationalen Woche organisierten wir zahlreiche Veranstaltungen. Darunter waren auch Angebote, die sich speziell an medizinische Fachkräfte richteten. Über die Berichterstattung in den Medien und sozialen Netzwerken sowie über die Veranstaltungen erreichte die Kampagne Menschen in vielen verschiedenen Ländern. Außerdem präsentierten wir die weltweit erste Serie von individuell gestalteten „Schilddrüsen-Emojis“. Damit nutzen wir einen populären Trend des 21. Jahrhunderts, um auf die vielen Facetten von Schilddrüsenerkrankungen aufmerksam zu machen.
Aufklärungskampagnen für Kopf-Hals-Krebserkrankungen
Im Jahr 2019 unterstützten wir zwei wichtige Veranstaltungen, die über Kopf-Hals-Krebserkrankungen aufklären: den Welttag der Kopf- und Halskrebsarten (WHNCD) am 27. Juli und die europäische Aktionswoche zu Kopf-Hals-Krebs vom 16. bis 20. September. Ein Schwerpunkt war die gemeinsame Produktion eines emotionalen Videos mit der britischen Patientenorganisation The Swallows. Das Video begleitet einen Patienten und seine Betreuungspersonen und stellt die Initiative „Embracing Carers" vor. Die Kampagne im September baute auf den Aktivitäten im Juli auf: Erneut drehten wir in Zusammenarbeit mit The Swallows ein Video mit demselben Patienten. Dieses Mal ging es um den Weg des Patienten von der Behandlung zu einem gesunden Leben danach.
Weltkrebstag
Am 4. Februar 2019 nahmen wir erneut am Weltkrebstag teil, einer jährlichen Initiative der Internationalen Union zur Krebsbekämpfung (UICC). Ausgehend vom Motto der UICC, „I Am and I Will“, entwickelten wir eine Kampagne. Ziel war es, unsere fortlaufende Arbeit an der Weiterentwicklung von Krebstherapien sichtbar zu machen. Unsere Kampagne „I Am. I Will #TransformCancerCare“ befasste sich vor allem mit folgender Frage: Wie kann jeder Einzelne dazu beitragen, die Versorgung von Krebskranken zu verbessern? 250 Bilder aus 13 Ländern unterstützten die Kampagne und wurden mehr als 33.000-mal in sozialen Netzwerken aufgerufen.
Colorectal Cancer Awareness Month
Wir engagierten uns 2019 noch stärker, um über Darmkrebs aufzuklären. Wir arbeiteten eng mit der Organisation Digestive Cancers Europe DiCE zusammen, um den Aktionsmonat neu auszurichten. DiCE vertritt europaweit Patienten, die an Krebserkrankungen des Verdauungssystems leiden. Gemeinsam bündelten wir unsere Ressourcen und konnten so mit der Kampagne gemeinsam deutlich mehr Menschen erreichen als im Alleingang. Ein einheitliches, verbindendes Motiv zog sich durch die gesamte Kampagne, die sowohl unsere Mitarbeiter als auch externe Zielgruppen zum Mitmachen einlud. Wir entwickelten außerdem verschiedene Materialien, die die Kampagne erfolgreich unterstützten: Dazu zählten ein Video über Darmkrebs-Screening und ein Infobanner zur Bedeutung solcher Screenings.
Cancer Immunotherapy Month
Im Juni 2019 fand der siebte jährliche „Cancer Immunotherapy Month“ statt. Dieser Aktionsmonat schärft das Bewusstsein dafür, dass Immuntherapie bei Krebs möglicherweise Leben retten kann. Am 14. Juni trugen Unterstützer der Aktion auf Initiative führender Krebsorganisationen weiße Kleidung. Damit setzten sie ein Zeichen für eine Zukunft ohne Krebs. In sozialen Netzwerken wurde der Tag mit dem Hashtag #WearWhiteDay dokumentiert. Die Farbe Weiß symbolisiert die weißen Blutkörperchen des menschlichen Immunsystems (Lymphozyten), die Krebs bekämpfen. Weiß steht auch für die Laborkittel von Wissenschaftlern und klinischem Fachpersonal, die daran arbeiten, ein Heilmittel für Krebs zu finden.
Internationaler Multiple-Sklerose-Tag
Am 30. Mai 2019 nahmen wir am jährlichen World MS Day teil. Das offizielle Motto der diesjährigen Aktion lautete #MyInvisibleMS. Damit rückte der Welt-Multiple-Sklerose-Tag die unsichtbaren Symptome der Krankheit in den Mittelpunkt. Insgesamt unterstützten 37 lokale Organisationen unseres Konzerns den Aktionstag der MS International Federation (MSIF). Unter dem Dach unserer Kampagne #MSInsideOut stellten sie ihr Engagement für die Betroffenen vor.
Zu unseren Aktivitäten gehörte auch die Kunstausstellung „My Invisible MS“. Sie zeigte Kunstwerke von Menschen, die mit MS leben und in den Werken die unsichtbaren Symptome ihrer Erkrankung visualisieren. Wir präsentierten die Ausstellung in 17 Ländern weltweit.
Im Kampf gegen MS verfolgen wir zwei Ziele: Wir möchten einerseits die Bedürfnisse der Patienten bedienen und andererseits den Betreuungspersonen das Leben erleichtern. Gemeinschaften und Selbsthilfeinitiativen leisten wichtige Beiträge, um diese Ziele zu erreichen. Deshalb entwickeln wir eine Initiative, die diesen Gruppen die Möglichkeit bietet, Zuschüsse für die Unterstützung durch Betreuungspersonen zu beantragen.
Weltmalariatag
Seit 2015 beteiligt sich unser Unternehmen am Weltmalariatag, der jedes Jahr am 25. April stattfindet. Wir organisieren Kampagnen, um über die Krankheit aufzuklären. 2019 haben wir diesen Tag mit unseren Partnern in Ghana begangen. Gemeinsam führten wir eine unternehmensinterne Aufklärungskampagne durch, um auf unseren Einsatz im Kampf gegen Malaria aufmerksam zu machen. Die Kampagne lenkte den Blick vor allem auf unser Programm „One Merck for Malaria“: Es bündelt unser unternehmensweites Engagement für die Bekämpfung und Ausrottung der Krankheit. Das Programm bündelt Kompetenzen aus all unseren Unternehmensbereichen, um innovative, integrierte Gesundheitslösungen zu entwickeln: Dazu zählen neue Diagnoseverfahren, Therapien, Präventionsmaßnahmen sowie Ansätze, um Gesundheitssysteme in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen zu stärken.
Weitere Informationen zum Programm „One Merck for Malaria“ finden Sie im Kapitel „Fokusprogramme“.
Weltgesundheitstag
Am 7. April 2019 wiesen wir anlässlich des Weltgesundheitstags darauf hin, wie wichtig finanzielle Mittel für eine hochwertige Gesundheitsversorgung sind – für Privatpersonen, Staaten und die Gesellschaft. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützte die Kampagne. Diese macht deutlich, wie wichtig eine umfassende Gesundheitsversorgung für alle Menschen ist, die Hilfe benötigen.
Die Ausbreitung von Infektionskrankheiten ist nach wie vor weltweit eine große Gefahr für die Gesundheit. Im Rahmen des Weltgesundheitstags bekräftigten wir unseren Willen, Bilharziose und Malaria mithilfe wissenschaftlicher und technologischer Innovationen engagiert zu bekämpfen.
Welt-Diabetes-Tag
Anlässlich des Welt-Diabetes-Tags am 14. November 2019 starteten wir eine Kampagne, die sich am Motto der International Diabetes Federation (IDF) für den Aktionstag 2019 orientierte: „Die Familie und Diabetes“. Sie setzte die Kampagne „Sehen. Verlangsamen. Stoppen.“ aus dem Vorjahr fort, die Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes aufzeigte.
Zentrale Botschaft der diesjährigen Kampagne war: Die Unterstützung der Familie trägt in erheblichem Maße dazu bei, dass ein Patient einen gesünderen Lebensstil pflegt und Typ-2-Diabetes bekämpfen kann.
Wir setzen unsere Partnerschaft mit der IDF konsequent fort und arbeiten an einer Reihe von Aufklärungsmaßnahmen. Ziel ist es, über Prädiabetes und die Kontrolle und Prävention von Typ-2-Diabetes zu informieren.
Fertility Awareness Week
Anlässlich der European Fertility Week informierten wir über In-vitro-Fertilisation und die Erfahrungen, die Patientinnen bei der Behandlung machen. Wir schufen eine Plattform, auf der sich Betroffene über das Thema Fruchtbarkeit austauschen können. Damit wollten wir Menschen in Europa eine Stimme geben, die an Unfruchtbarkeit leiden. Unterstützung leistete uns dabei unsere weltweite Social-Media-Kampagne „We are in it together“ mit Beiträgen unseres Managements sowie einer Mitarbeiterin. Sie unterstrichen, wie wichtig Zusammenarbeit ist, um die Fruchtbarkeit von Betroffenen zu fördern.
Gleichzeitig riefen wir verschiedene Initiativen auf Länderebene ins Leben. In Frankreich beispielsweise legten wir mit der Social-Media-Kampagne #TESTYOURFERTILITY den Fokus auf Prävention und Aufklärung von 18- bis 24-Jährigen über Unfruchtbarkeit.
Initiative „Healthy Women, Healthy Economies"
Wir wollen Frauen helfen, die Herausforderungen übertragbarer und nicht übertragbarer Krankheiten zu bewältigen, damit sie ihr wirtschaftliches Potenzial voll ausschöpfen können. Deshalb engagieren wir uns für die Initiative „Healthy Women, Healthy Economies“. Unter der Schirmherrschaft der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) arbeiten wir in dieser öffentlich-privaten Partnerschaft mit Vertretern mehrerer Regierungen zusammen. Ziel von „Healthy Women, Healthy Economies“ ist es, Richtlinien festzulegen und umzusetzen, die die Gesundheit und das Wohlbefinden von Frauen verbessern. Damit soll deren wirtschaftliche Teilhabe gefördert werden.
Im Juli 2019 vereinbarten wir mit der Initiative „March of Dimes“ eine dreijährige Zusammenarbeit. Gemeinsam führten wir das Programm „Healthy Babies, Healthy Business“ ein. Wir wollen damit den gesundheitlichen Nutzen für Mütter stärken und familienfreundliche Arbeitsumgebungen fördern.
Initiative „Embracing Carers“
„Embracing Carers“ ist eine weltweite Initiative, die wir gemeinsam mit führenden Pflegeorganisationen tragen. Ihre Ziele: Bewusstsein zu schärfen für die oft übersehenen Bedürfnisse von pflegenden Angehörigen und Betreuungspersonen, eine öffentliche Diskussion darüber anzustoßen und Maßnahmen zu entwickeln. Wir denken, dass Pflege in der heutigen Gesundheitspolitik das Thema ist, das am wenigsten Aufmerksamkeit erfährt. Pflegende Angehörige und Betreuungspersonen erhalten wenig Unterstützung und Anerkennung, obwohl sie unverzichtbare Arbeit für andere Menschen leisten. Wir sensibilisieren für die Probleme, mit denen solche Personen konfrontiert sind. Außerdem motivieren wir Stakeholder dazu, verstärktes Engagement zu zeigen. Wir zeigen Best Practices aus aller Welt auf und erstellen Informationsmaterial. Darüber hinaus setzen wir uns dafür ein, die Unterstützung von Betreuern tiefer in das gesamte Spektrum der Pflege zu integrieren.
Im Jahr 2019 arbeitete Embracing Carers daran, Worten Taten folgen zu lassen. Die globale Kampagne „Time Counts“ fordert die Menschen auf, Betreuer in ihrem Umfeld mit kleinen oder großen Gesten zu unterstützen und ihnen etwas Zeit zu schenken. Weltweit unterstützt Embracing Carers außerdem mehr als 30 Gruppen für Patienten und Betreuungspersonen. Die Initiative unterstützt sie dabei, eigene Kampagnen für Verhaltensänderungen sowie Peer-to-Peer-Unterstützungsprogramme für Betreuungspersonen zu entwickeln.