Wir wissen, dass sich Prioritäten im Leben auch einmal ändern können. Darauf nehmen wir Rücksicht: Wir bieten unseren Beschäftigten beispielsweise flexible Arbeitszeitmodelle, Arbeitszeitkonten für einen früheren Renteneintritt oder die Möglichkeit, eine längere Auszeit vom Job einzulegen. Auch das Thema Familie wird bei uns großgeschrieben. Hier reicht unser Engagement von einer großzügigen Elternzeit über die Kinderbetreuung bis hin zur Unterstützung bei der Pflege von Angehörigen.
Unser Ansatz für eine gute Work-Life-Balance
Wir wissen, wie wichtig die Balance zwischen Beruf, Familie und Freizeit für die Leistungsfähigkeit und Motivation unserer Beschäftigten ist. Deshalb möchten wir ideale Arbeitsbedingungen für sie schaffen. Dazu gehören sowohl betriebliche Versorgungsleistungen für Alter und Krankheit als auch flexible Arbeitszeitmodelle. Bereits heute haben unsere Mitarbeiter in vielen Ländern die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit flexibel zu gestalten. Dazu nutzen sie insgesamt mehr als 30 verschiedene Teilzeitmodelle. In Deutschland und den USA, wo circa 45 % unserer Mitarbeiter tätig sind, bieten wir ihnen außerdem Elternzeitkonditionen, die über die jeweiligen gesetzlichen Mindestansprüche hinausgehen.
Wie wir die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben stärken
Maßnahmen für eine ausgewogene „Work-Life-Balance“ entwickelt der Bereich „Human Resources“ (HR), der sie auch umsetzt. Er unterstützt und berät alle Unternehmensbereiche und Konzernfunktionen.
Zur Altersvorsorge beraten Experten unsere Mitarbeiter in individuellen Beratungsterminen – beispielsweise zur betrieblichen Altersvorsorge oder zum Langzeitkonto. Zur gesetzlichen Rente informieren hingegen Vertreter der Deutschen Rentenversicherung an regelmäßigen Betriebssprechtagen.
Zum Thema Versorgungsleistungen im Krankheitsfall finden sich im Kapitel „Sicherheit und Gesundheit“ weitere Informationen.
Wozu wir uns verpflichten: Konzernrichtlinie und lokale Regelungen
2019 führten wir die neue Richtlinie „Social and Labor Standards Policy“ ein. Sie macht unternehmensweit einheitliche Vorgaben zu bestimmten Arbeitsstandards, beispielsweise zu Arbeitszeiten und Elternzeit-Angeboten. Sie setzt die Arbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) um.
Bereits Ende 2018 verabschiedete die Geschäftsleitung eine Konzernrichtlinie zur flexiblen Arbeitsgestaltung. Sie soll in den zwölf personalstärksten Ländern, in denen etwa 75 % unserer Mitarbeiter arbeiten, Arbeitsort und Arbeitszeiten noch weiter flexibilisieren. In einer zweiten Welle – in den Jahren 2020 und 2021 – werden wir die Richtlinie auf weitere Länder ausweiten. Neben diesen zwölf personalstärksten Ländern arbeiten wir zeitgleich bereits in Ecuador, Guatemala, Kolumbien und Korea an örtlichen Regelungen. Diese führen wir als Teil unseres Programms „mywork@Merck“ ein.
Flexible Arbeitsmodelle
Unsere Mitarbeiter können zwischen verschiedenen flexiblen Arbeitsmodellen wählen. Mit „mywork@Merck“ bieten wir etwa an den deutschen Standorten Darmstadt und Gernsheim sowie in vielen Ländern Europas und Asiens sowie in Australien ein unternehmenseigenes Modell an. Das Prinzip: Beschäftigte können in Abstimmung mit ihren Teams und Vorgesetzten sowohl ihre Arbeitszeit als auch ihren Arbeitsort frei wählen. Wann und wie oft eine feste Anwesenheit für alle Teammitglieder im Büro nötig ist, entscheiden die Mitarbeiter in Absprache mit ihren direkten Vorgesetzten. Auf Zeiterfassung und -kontrolle wird verzichtet. Das Modell stärkt die Leistungs- und Vertrauenskultur in unserem Unternehmen. Es gilt sowohl für tarifliche als auch für außertarifliche Mitarbeiter, falls sich ihre Arbeitsplätze dazu eignen. In den nächsten Jahren soll mywork@Merck unternehmensweit ausgerollt sein. Deutschland und Japan etablierten mywork@Merck bereits in den Jahren 2013 und 2017 erfolgreich. In Brasilien, China, Ecuador, Frankreich, Großbritannien, Guatemala, Italien, Kolumbien, Korea, Mexiko, der Schweiz, Spanien und den USA wird das Modell derzeit eingeführt. In Deutschland profitierten Ende 2019 insgesamt 5.990 Beschäftigte von dem Modell. Während des Berichtsjahrs arbeiteten weltweit insgesamt 5 % unserer Mitarbeiter in Teilzeit, davon sind 17 % männlich.
Unterstützung für Mütter und Väter
Wir wollen unseren Mitarbeitern den Wiedereinstieg nach der Elternzeit erleichtern. Dazu bieten wir in Darmstadt und Gernsheim das Programm „Eltern@Merck“ an. Im Berichtsjahr meldeten sich insgesamt 95 Mitarbeiter dazu an. Es gibt Müttern und Vätern in Elternzeit die Möglichkeit, sich auszutauschen und den Kontakt zum Unternehmen aufrechtzuerhalten. Außerdem können sie damit verschiedene Qualifikations- und Vernetzungsangebote nutzen. Ein ähnliches Angebot besteht auch in den USA.
Darüber hinaus unterstützen wir in den USA unsere Mitarbeiterinnen der Unternehmensbereiche Life Science und Healthcare mit acht Wochen bezahltem Mutterschaftsurlaub. Im Jahr 2019 haben wir dort zusätzlich für alle drei Unternehmensbereiche fünf Wochen bezahlten Vaterschaftsbeziehungsweise Adoptionsurlaub eingeführt. Der gesetzliche Mindestanspruch sieht nur eine unbezahlte Freistellung von zwölf Wochen pro Jahr vor. Im Falle einer Adoption erstatten wir bis zu 5.000 US-Dollar der Adoptionskosten.
An unseren Standorten in Deutschland (an denen rund 25 % unserer Beschäftigten tätig sind), waren 2019 792 Mitarbeiter in Elternzeit, davon 40 % Väter. In anderen Schlüsselländern gewährleisten wir Eltern weitere Unterstützungsleistungen, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen – etwa Freistellungen in Brasilien. Auch in Indien bieten wir fünf Tage bezahlten Vaterschaftsurlaub, obwohl es keinen gesetzlichen Anspruch darauf gibt.
Wir unterscheiden bei diesen Angeboten nicht zwischen Voll- und Teilzeitkräften oder befristeten Mitarbeitern. Letztere können bis zum Ende ihres Arbeitsverhältnisses Elternzeit beantragen; das Arbeitsverhältnis läuft dann wie vereinbart bis zum befristeten Termin.
Kinderbetreuung und Unterstützung
Bereits seit mehr als 50 Jahren gibt es an unserem Stammsitz in Darmstadt eine Tagesstätte für Kinder im Alter von einem Jahr bis zwölf Jahren. Sie wird von der Familie Merck getragen (Merck’scher Kindertagesstätten-Verein e. V.) und bietet insgesamt 150 Betreuungsplätze in Kindertagesstätte, Kindergarten und Hort. Sie ist ganzjährig montags bis freitags von 6.30 Uhr bis 19.00 Uhr geöffnet. 2019 erfolgte der erste Spatenstich zum Erweiterungsbau der Kita. Die jetzigen Gebäude weichen einem Neubau, der Anfang 2021 bezugsfertig sein soll. Die Kapazität der Kita steigt dann von jetzt rund 60 Plätzen auf über 130 Kindergartenplätze und ist damit mehr als verdoppelt. Zudem kommen 60 Krippenplätze neu hinzu.
In Darmstadt bieten wir außerdem eine Kindernotfallbetreuung an. Sie springt ein, wenn die reguläre Betreuung ausfällt. Während der gesamten hessischen Ferien gibt es für bis zu 350 Kinder verschiedene Betreuungsangebote zu den Themen Sport, Kunst, Forschung und Natur. Zusätzlich stellen wir eine sogenannte Akutbetreuung für kranke Kinder zur Verfügung: Bis zu zwei Tage jährlich können Eltern deutschlandweit kostenlos eine pädagogische Fachkraft engagieren, die ihren Nachwuchs zu Hause betreut. In Gernsheim haben wir fünf Plätze in einer öffentlichen Kindertagesstätte für Kinder unserer Mitarbeiter reserviert.
Auch am indischen Hauptstandort in Mumbai gibt es einen Kinderhort, den unsere Mitarbeiter nutzen können. In den USA ist es über die angebotene Internetplattform „Care.com“ möglich, externe Hilfe für die Kinderbetreuung zu erhalten. Darüber hinaus bieten wir dort bis zu zehn Tage eine Kindernotfallbetreuung. Vergünstigte Plätze in Kindertagesstätten sowie eine Betreuung zu Hause sind ebenfalls im Programm.
Mit einem Langzeitkonto fürs Alter sparen
Die Arbeitszeit vor dem Renteneintritt reduzieren oder früher aus dem Berufsleben aussteigen – das ermöglichen wir unseren Mitarbeitern in Deutschland mithilfe eines Langzeitkontos. Auf dieses Konto können Mitarbeiter beispielsweise Teile des Gehalts oder auch Ausgleichsbeziehungsweise Gleitzeittage einzahlen. Unser Unternehmen fördert den Aufbau eines solchen Wertguthabens außerdem durch Zuschüsse. Das angesparte Guthaben können Mitarbeiter nutzen, um sich entweder bis zu drei Jahre vor dem Eintritt in die reguläre Altersrente freistellen zu lassen oder ihre Arbeitszeit für bis zu sechs Jahre um 50 % zu reduzieren. Dieses Angebot beanspruchten im Berichtsjahr über 9.500 Mitarbeiter.
Längere Auszeiten nehmen
Grundsätzlich können alle Mitarbeiter der Merck KGaA, der Merck Healthcare KGaA und der Merck Real Estate GmbH in Deutschland (20 % unserer Beschäftigten) ein sogenanntes Sabbatical beantragen. Dies ermöglicht ihnen eine Auszeit von bis zu einem Jahr. Ende 2019 befanden sich 66 Mitarbeiter in einem Sabbatical. In persönlichen Notsituationen, in denen ein Mitarbeiter eine sofortige Freistellung benötigt, bieten wir zudem die Möglichkeit eines „Notfall-Sabbaticals“ von maximal drei Monaten an.
Unterstützung bei der Pflege von Angehörigen
Für Mitarbeiter, die Angehörige pflegen, halten wir in Darmstadt spezielle Schulungs- und Vermittlungsangebote bereit. Zudem bieten wir mit dem Modell „Pflegezeit“ deutschlandweit die Option, sich freistellen zu lassen – egal ob kurz- oder längerfristig, teilweise oder vollständig. Gemäß dem Pflegezeit- und Familienpflegezeitgesetz ermöglichen wir Mitarbeitern damit, Angehörige zu pflegen.
Darüber hinaus bieten wir unseren Mitarbeitern in Deutschland mehrmals im Jahr Pflegeseminare zu verschiedenen Themen an. Die Auswahl 2019: Vereinbarkeit von Pflege mit Familie und Beruf, finanzielle und rechtliche Aspekte bei pflegebedürftigen Angehörigen sowie Altersdemenz und Altersdepression. Ein externer Kooperationspartner berät in allen Fragen rund um die Pflege. Er unterstützt auch bei der Suche nach individuell passenden Lösungen. In Darmstadt vermittelt zusätzlich unsere Betriebskrankenkasse Kontakte zu Pflegepersonal. In den USA können sich Mitarbeiter über das Portal „Care.com“ über Pflegeangebote informieren. In unseren zwölf mitarbeiterstärksten Ländern gibt es außerdem eine telefonische Sozialberatung.
Unsere internationale Initiative Embracing Carers™ verfolgt zudem das Ziel, das Bewusstsein für die Bedürfnisse von pflegenden Angehörigen zu steigern. Sie bietet ihnen auch konkrete Hilfestellung. Weitere Informationen zur Initiative befinden sich unter „Gesundheitsbewusstsein“.