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Globale Strategie

Zwei Milliarden Menschen weltweit haben keinen ausreichenden Zugang zu Gesundheitsversorgung. Unser Ziel ist es, Gesundheitslösungen bezahlbar zu machen, ein breites Bewusstsein für Krankheiten zu schaffen und Patienten beim Umgang mit ihrer Erkrankung zu unterstützen. Gemeinsam mit engagierten Partnerorganisationen arbeiten wir daran, diese komplexen Herausforderungen zu bewältigen: Wir forschen an innovativen Lösungen, entwickeln neue Ansätze und verbessern bestehende Programme für die Menschen vor Ort.

Unser Ansatz zur Verbesserung des Gesundheitswesens für unterversorgte Bevölkerungsgruppen

Wir möchten eine gesündere Zukunft für alle schaffen – für Menschen, Gemeinden und Länder. Wir wollen mit technologischen und wissenschaftlichen Innovationen dazu beizutragen, die Gesundheit unterversorgter Bevölkerungsgruppen in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen zu verbessern. Für dieses Ziel setzen wir unser Know-how aus allen Unternehmensbereichen ein und arbeiten eng mit vielen verschiedenen Partnerorganisationen zusammen. Wir beteiligen uns außerdem an branchenweiten Initiativen und entwickeln gemeinsam mit anderen Unternehmen neue Ansätze.

Mit unserer Global-Health-Strategie wollen wir Zugangsbarrieren für unterversorgte Bevölkerungsgruppen und Gemeinden in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen überwinden, und zwar auf unternehmerisch gewinnbringende und nachhaltige Art und Weise. So wollen wir „Shared Value“ schaffen: Wir entwickeln Geschäftsmodelle, die einerseits den Wert und die Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens steigern. Andererseits schließen sie Lücken in der Gesundheitsversorgung und stärken die Gesundheitssysteme. Das kommt sowohl der Gesellschaft als auch uns als Unternehmen zugute. Dabei setzen wir auf folgende drei Prinzipien.

  • Innovative Lösungen entwickeln: Wir sind Vorreiter bei der Bekämpfung der Krankheit . Neue, integrierte Lösungen wie Arzneimittel, Diagnoseverfahren, Technologien und Methoden der Erregerkontrolle entwickeln wir gegen Bilharziose, Malaria und andere Infektionskrankheiten.
  • Mit branchenübergreifenden Partnern zusammenarbeiten: Wir beteiligen uns an globalen Multi--Plattformen im Gesundheitsbereich, die zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele beitragen. Wir setzen auf Partnerschaften für Forschungs- und Entwicklungsprogramme und gehen Kooperationen ein. So wollen wir den Patienten direkt vor Ort Zugang zu Gesundheitsversorgung zu ermöglichen.
  • Mithilfe unseres Shared-Value-Ansatzes Geschäftschancen schaffen: Wir tragen dazu bei, die Gesundheit unterversorgter Bevölkerungsgruppen auf nachhaltige Weise zu verbessern. Dabei nutzen wir unser Produktportfolio aus allen drei Unternehmensbereichen.

Wir setzen auf Fokusprogramme, um unsere Schwerpunktthemen anzugehen: Wir wollen einen entscheidenden Beitrag zur Bekämpfung von Bilharziose leisten. Auch Malaria und andere Infektionskrankheiten möchten wir bekämpfen. Gleichzeitig helfen wir dabei, entlang der Wertschöpfungskette Kapazitäten vor Ort aufzubauen. Wir möchten uns als führenden und zuverlässigen Partner etablieren.

Unsere Global-Health-Strategie umfasst vier Säulen, an denen wir unsere Aktivitäten ausrichten:

  • „Availability“ (Verfügbarkeit): Wir erforschen, entwickeln und verbessern Gesundheitslösungen, für die es einen ungedeckten medizinischen Bedarf gibt, und passen sie an die Gegebenheiten vor Ort an. So gehört es beispielsweise zu unserem Forschungs- und Entwicklungsportfolio, innovative Gesundheitslösungen für die Bekämpfung von Infektionskrankheiten zu erforschen und anzubieten.
  • „Affordability“ (Bezahlbarkeit): Wir unterstützen Menschen, die notwendige Gesundheitslösungen nicht bezahlen können. Das tun wir beispielsweise über unsere Patient-Access-Programme. Dazu befassen wir uns auch mit den Herausforderungen der Preisgestaltung und des geistigen Eigentums. Wir arbeiten außerdem an innovativen Gesundheitslösungen gegen , um beispielsweise sicherzustellen, dass unser neues Arzneimittel zur Behandlung von Bilharziose bei Kindern künftig auch bezahlbar ist.
  • „Awareness“ (Bewusstsein): Wir schärfen das Bewusstsein für Krankheiten und Therapien. Dazu helfen wir medizinischem Fachpersonal, Gemeinden vor Ort sowie Patienten dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen. So führen wir unter anderem weltweite Aufklärungskampagnen durch.
  • „Accessibility“ (Erreichbarkeit): Wir fördern Maßnahmen, die die Kosten der Produktentwicklung und -herstellung senken und lokal angepasste Gesundheitslösungen ermöglichen. Indem wir unsere Lieferketten stärken, stellen wir zudem sicher, dass Medikamente schnell und sicher dorthin gelangen, wo sie benötigt werden. Beispielhaft dafür steht unser Projekt NTDeliver.

Wie wir uns für einen besseren Zugang zu Gesundheit engagieren

Unsere Einheit „Global Health“ koordiniert die Umsetzung unserer Global-Health-Strategie. Verschiedene Teams untersuchen, welche Barrieren die angemessene Gesundheitsversorgung bedürftiger Bevölkerungsgruppen erschweren. Sie arbeiten daran, diese Barrieren abzubauen.

Die Einheit „Global Health“ ist für konzernweite Initiativen, Programme und Förderungen rund um weltweite Gesundheitsthemen verantwortlich. Unsere Experten arbeiten eng mit den drei Unternehmensbereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials zusammen, um deren Fähigkeiten und Fachkompetenzen effektiv zu nutzen.

Das Merck Global Health Institute entwickelt und realisiert eine Reihe von Projekten zu neuartigen Therapien, Diagnoseverfahren, Technologien und Präventionsmaßnahmen für den Kampf gegen Infektionskrankheiten. Das Institut stellt außerdem Forschungs- und Entwicklungskapazitäten bereit. Dazu fördert es Aktivitäten, die Gesundheitssysteme in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen stärken. Das Institut basiert auf einem sozialen Geschäftsmodell: Bevölkerungsgruppen, die besonders bedürftig sind – etwa Frauen und Kindern in Regionen mit geringem oder mittlerem Einkommen, will es innovative Lösungen bieten.

Unsere Einheit „Access to Health“ untersucht, welche Faktoren den Zugang zu Gesundheitsleistungen für unterversorgte Bevölkerungsgruppen blockieren. Sie entwickelt anschließend – gemeinsam mit verschiedenen Partnerorganisationen – Ansätze, um diese Barrieren zu beseitigen.

Mit dem „Merck Schistosomiasis Elimination Program“ koordinieren wir unsere Aktivitäten, mit denen wir in Zusammenarbeit mit unseren externen Partnern Bilharziose ausrotten wollen.

Wozu wir uns verpflichten: Grundlagen für den Zugang zu Gesundheitsversorgung schaffen

Wir setzen uns dafür ein, den Zugang zu Gesundheitsversorgung zu verbessern. Um diese Selbstverpflichtung zu unterstreichen, ist auf unserer Webseite unsere „Access to Health Charta“ veröffentlicht. 2019 überarbeiteten wir die Charta umfassend. Sie spiegelt nun zum einen die jüngsten Entwicklungen bei der weltweiten Gesundheitsversorgung und beim Zugang zu Gesundheitsleistungen wider und bildet zum anderen unsere Strategie ab. Sie führt Leitlinien zu folgenden Themen auf:

Alle zwei Jahre veröffentlicht die Access to Medicine Foundation den „Access to Medicine Index“ – ein Ranking der 20 führenden forschenden Pharmaunternehmen der Welt. Für das Ranking bewertet die Stiftung die Aktivitäten und Maßnahmen der Unternehmen, die Experten zufolge entscheidend für den Zugang zu medizinischer Versorgung sind: von Spenden über Patente bis hin zum Aufbau von Versorgungskapazitäten. Wir nutzen dieses Ranking als Orientierungshilfe, um unsere Strategie und unseren Ansatz für den Zugang zu Gesundheitsversorgung weiterzuentwickeln. 2018 behaupteten wir unseren vierten Platz. Die Platzierung würdigt unsere integrierte Strategie für den Zugang zu Arzneimitteln. Ebenso zeichnet sie unsere Aktivitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus, die auf die Bedürfnisse von unterversorgten Bevölkerungsgruppen abzielen. Zugleich erkennt sie unseren Shared-Value-Ansatz an.

Wir unterstützen weiterhin die „London Declaration on Neglected Tropical Diseases“ (Londoner Erklärung zum Kampf gegen ). Mit der Erklärung verpflichten sich die teilnehmenden Unternehmen, Regierungen und privaten Stiftungen, die zehn am meisten verbreiteten dieser Infektionskrankheiten einzudämmen und auszurotten. Wir engagieren uns maßgeblich im Kampf gegen Bilharziose.

Gemeinsam Forschungskapazitäten aufbauen und klinische Kompetenzen entwickeln

Als Teil unseres integrierten Ansatzes im Kampf gegen Infektionskrankheiten arbeiten wir weiter an zahlreichen Forschungsprogrammen zu Malaria und , überwiegend in Afrika. An den Programmen waren Postdoktoranden, Doktoranden und lokale Wissenschaftlicher beteiligt. Darüber hinaus entwickelten wir eine Schulung für Laborexperten.

Als gastgebende Organisation im Stipendiatenprogramm der „European and Developing Countries Clinical Trials Partnership“ (EDCTP) unterstützen wir Forschende aus Afrika. Damit bieten wir ihnen die Chance, ihre Methoden und Managementfähigkeiten für die Durchführung von klinischen Studien weiterzuentwickeln.

Stakeholder-Dialoge

Partnerschaften und Dialoge sind entscheidende Instrumente, um den Zugang zu Gesundheitsversorgung zu verbessern. Wir streben skalierbare Stakeholder-Dialoge an, die weitreichende Wirkung entfalten. Zu unseren Partnern zählen multinationale Organisationen, Regierungen, Nichtregierungsorganisationen, akademische Einrichtungen, Fachverbände des Gesundheitswesens, Unternehmen und unabhängige Experten für weltweite Gesundheitsthemen.

Allianzen für einen besseren Zugang zu Gesundheit

Unser Unternehmen ist Mitglied der Initiative „Business for Social Responsibility” (BSR) und Unterzeichner der „BSR Guiding Principles on Access to Healthcare“. Innerhalb dieser Leitsätze entwickeln und verbessern wir unsere Global-Health-Aktivitäten.

Gemeinsam mit 21 anderen führenden Pharmaunternehmen organisieren wir die weltweite Initiative „Access Accelerated“. Ziel ist es, die Behandlung und Vorsorge nicht übertragbarer Krankheiten in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen zu verbessern. Wir arbeiten zudem mit Interessengruppen wie der Swiss Malaria Group zusammen, die beispielsweise Zugangswege zu Gesundheit positiv beeinflussen will.

Die Veranstaltungsreihe „Merck Access Dialogue“ ist eine Multi-Stakeholder-Plattform. Sie dient dem Austausch von Informationen und Best-Practice-Beispielen, die den Zugang zu Gesundheitsversorgung verbessern sollen. Die Ideen, die bei den Veranstaltungen ausgetauscht werden, fließen in unsere Strategie, unseren Maßnahmenplan und unsere Aktivitäten ein. Wir nutzen die Plattform für einen offenen, informativen und kritischen Austausch. So finden wir heraus, wie unsere Partner und wir unsere jeweiligen Kapazitäten, Erfahrungen, Kenntnisse und Kompetenzen am besten einsetzen können. Unser Ziel ist es, Zugangsbarrieren nachhaltig zu überwinden. 2019 führten wir eine Informationsveranstaltung zu Lieferkette und Logistik durch. Dabei konnten wir uns mit internen und externen Experten austauschen und unser Engagement erörtern.

Diskussionen auf internationaler Ebene

Wir nehmen an zahlreichen Veranstaltungen mit internationaler Reichweite oder Bedeutung teil. So fördern und gestalten wir den Austausch über weltweite Gesundheitsthemen und führen den Dialog über Infektionskrankheiten mit wichtigen Akteuren und Experten. Außerdem intensivieren wir unsere Zusammenarbeit mit der Wissenschafts-Community – durch wissenschaftliche Veröffentlichungen, Vorträge auf internationalen Fachkonferenzen und Veranstaltungen.

2019 nahmen wir unter anderem an diesen Veranstaltungen und Initiativen teil:

  • Conference on Tropical Medicine and Global Health in München im April
  • Weltmalariatag und Malariatag bei Merck im April
  • 72. Weltgesundheitsversammlung (WHA) in Genf sowie die Nebenveranstaltung „Leaving no one behind: from philanthropy to sustainable health solutions. How can local manufacturing be part of an integrated approach to tackling NTD’s and advancing Universal Health Coverage?“ im Mai
  • 7. International Conference on P.Vivax Research in Paris im Juni
  • Hochrangiges Treffen zwischen dem CEO Healthcare & Mitglied der Geschäftsleitung von Merck und dem Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Juli
  • 74. Sitzung der UN-Generalversammlung in New York im September
  • Merck-Access-Dialogue-Veranstaltungen: Supply Chain & Delivery (Lieferkette & Logistik) im September
  • COR-NTD on Female Genital Schistosomiasis in Liverpool im September
  • 11th European Congress on Tropical Medicine and International Health in Liverpool im September
  • Annual NTD NGO Network Meeting in Liverpool im September
  • WHO-WIPO-WTO Trilateral Symposium „Cutting-Edge Health Technologies: Opportunities and Challenges“ im Oktober
  • Gemeinsames Treffen von UNICEF, UNFPA und WHO mit Herstellern und Lieferanten in Kopenhagen im Dezember
Bilharziose
Schistosomiasis oder Bilharziose ist eine Wurmkrankheit, die in warmen Binnengewässern durch Schnecken als Zwischenwirt verbreitet wird.
Stakeholder
Als Stakeholder bezeichnet man Personen oder Organisationen, die ein Interesse und/oder einen berechtigten Anspruch an einem Unternehmen haben. Zu den Stakeholdern gehören beispielsweise Mitarbeiter, Geschäftspartner, Nachbarn von Standorten oder Aktionäre.
Vernachlässigte Tropenkrankheiten
Vernachlässigte Tropenkrankheiten (Neglected Tropcial Diseases (NTD)) treten vornehmlich in Ländern geringen oder mittleren Einkommens auf. Zu ihnen zählen Bilharziose (Schistosomiasis), Eingeweidewürmer, Trachom, lymphatische Filariose und Onchozerkose. Diese Gruppe von Krankheiten wird als „vernachlässigt“ bezeichnet, da sie – trotz einer erheblichen Zahl von Betroffenen – in der Vergangenheit im Vergleich zu anderen Krankheiten weniger Aufmerksamkeit und Forschungsmittel erhielten.
Vernachlässigte Tropenkrankheiten
Vernachlässigte Tropenkrankheiten (Neglected Tropcial Diseases (NTD)) treten vornehmlich in Ländern geringen oder mittleren Einkommens auf. Zu ihnen zählen Bilharziose (Schistosomiasis), Eingeweidewürmer, Trachom, lymphatische Filariose und Onchozerkose. Diese Gruppe von Krankheiten wird als „vernachlässigt“ bezeichnet, da sie – trotz einer erheblichen Zahl von Betroffenen – in der Vergangenheit im Vergleich zu anderen Krankheiten weniger Aufmerksamkeit und Forschungsmittel erhielten.
Bilharziose
Schistosomiasis oder Bilharziose ist eine Wurmkrankheit, die in warmen Binnengewässern durch Schnecken als Zwischenwirt verbreitet wird.

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