Mitarbeiter

Sicherheit und Gesundheit

Wir übernehmen Verantwortung für die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter. Deshalb tun wir alles, um sie vor arbeitsbedingten Erkrankungen und Unfällen zu schützen. Bei der Arbeit im Büro stehen vor allem Themen wie Stressprävention, Ernährung oder Bewegung im Vordergrund. Hier setzen wir auf vorbeugende Maßnahmen, um kurzzeitige oder langwierige Gesundheitsprobleme unserer Mitarbeiter zu vermeiden.

Unsere Grundsätze

Unfälle vermeiden und Gesundheit fördern

Wir wollen die Gesundheit unserer Mitarbeiter fördern und ihre Leistungsfähigkeit langfristig erhalten. Ein sicherer Arbeitsplatz ist dafür unabdingbar. Eines unserer konzernweiten Ziele ist es, unsere Sicherheitskultur weiter zu stärken. Bis 2020 wollen wir die sogenannte Lost Time Injury Rate () auf unter 1,5 stabilisieren. Zudem wollen wir das betriebliche Gesundheitsmanagement als Teil unserer Unternehmens- und Führungskultur stärken.

Sicherheit und Gesundheitsschutz organisatorisch verankert

Unseren grundlegenden Ansatz zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz beschreibt die Environment, Health and Safety Policy. Sie ist integraler Bestandteil unseres Managementsystems Environment, Health, Safety (). Es orientiert sich unter anderem am Standard 18001. Seit 2015 lassen wir uns auch von externen Prüfern nach diesem Standard zertifizieren.

Unsere Konzernfunktion Environment, Health, Safety, , Quality (EQ) ist für das EHS-Managementsystem verantwortlich. Sie ist Kai Beckmann, Mitglied der Geschäftsleitung und Chief Administration Officer, unterstellt. Sie gibt Ziele vor, steuert die weltweiten Maßnahmen und führt interne Audits durch. Lokale EHS-Manager kümmern sich an den Standorten darum, dass die Arbeitssicherheitsgesetze und ‑vorgaben eingehalten werden.

Systematische Erfassung und klare Verhaltensregeln

Wir erfassen monatlich Daten zu Arbeitsunfällen an unseren Standorten. Jeder Standort ist verpflichtet, relevante Unfälle umgehend an EQ zu melden. Dort werden diese untersucht und bewertet. Bei Bedarf leiten wir an unseren Standorten ergänzende Sicherheitsmaßnahmen ein.

Unsere Erfahrung zeigt, dass sich die meisten Arbeitsunfälle durch richtiges Verhalten vermeiden lassen. Mit unserem Sicherheitskulturprogramm „BeSafe!“ sensibilisieren wir unsere Mitarbeiter für die Gefahren am Arbeitsplatz und geben ihnen geeignete Verhaltensregeln an die Hand.

Gesundheitsmanagement als Bestandteil der Unternehmenskultur

Unsere weltweit geltende Group Health Policy legt fest, wie wir einerseits die Arbeitssicherheit für unsere Belegschaft gewährleisten, andererseits ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden fördern. Darin schreiben wir ein konzernweites Sicherheits- und Gesundheitsmanagement sowie ein umfassendes Programm zur Verhaltensänderung vor, mit dem wir Arbeitsunfälle und Berufserkrankungen verhindern wollen. Ein Bestandteil ist das Global Wellbeing and Health Promotion Framework, das die unterschiedlichen Anforderungen in den verschiedenen Ländern beschreibt. Die Risikobewertungen und Gefährdungsanalysen der Arbeitsplätze finden an unseren Standorten in lokaler Verantwortung statt. 

In Deutschland trägt darüber hinaus unser betriebliches Gesundheitsmanagement dazu bei, das Thema Gesundheit in unserer Unternehmenskultur zu verankern. Strategie, Schwerpunktthemen und Maßnahmen werden von einem interdisziplinären Steuerungsgremium erarbeitet. Themenfelder sind unter anderem gesunde Rahmenbedingungen, gute Führung und individuelle Gesundheitsförderung – beispielsweise das Programm zur gesundheitlichen Prävention für Schichtarbeiter.

Betriebsvereinbarungen

An unseren deutschen Standorten erarbeiten wir gemeinsam mit Arbeitnehmervertretern Betriebsvereinbarungen zu Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit. Darin definieren wir etwa die Durchführung von sogenannten Fürsorgegesprächen. Sie helfen unseren Führungskräften, Gesundheitsrisiken und psychische Belastungen ihrer Mitarbeiter frühzeitig zu erkennen.

Fortschritt

Sicherheitszertifizierung erweitert, Unfallzahlen gesenkt

Bis Ende 2016 wurden alle Produktionsstandorte im Bereich Performance Materials nach dem internationalen Standard OHSAS 18001 zertifiziert. Der damit verbundene Prozess hilft uns, Schwachstellen und Verbesserungspotenzial zu identifizieren und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Für den Erfolg unserer Maßnahmen gibt es einen wichtigen Indikator: die Lost Time Injury Rate (LTIR). Sie misst weltweit die Unfälle mit mindestens einem Ausfalltag pro eine Million Arbeitsstunden. Wir ermitteln die LTIR für unsere Angestellten ebenso wie für Leiharbeiter. 2010 hatten wir uns zum Ziel gesetzt, die „Lost Time Injury Rate“ bis zum Jahr 2015 auf 2,5 zu senken – mit 1,5 haben wir diesen Zielwert 2015 sogar deutlich unterboten. Dies genügt uns nicht, denn: Nichts ist einen Unfall wert. Unser Ziel für die Zukunft haben wir daher noch ehrgeiziger formuliert: Bis 2020 wollen wir die LTIR nachhaltig weiter reduzieren. Für 2016 ist uns dies bereits mit einem Wert um 1,3 gelungen. Die meisten Unfälle mit Ausfallzeit waren Stolperunfälle, Unfälle beim Umgang mit Maschinen sowie Autounfälle auf Dienstreisen.

Trotz unserer Anstrengungen hatten wir im Jahr 2015 zwei Arbeitsunfälle mit Todesfolge zu beklagen: In den USA starb ein Mitarbeiter bei einem Verkehrsunfall. In Deutschland verunglückte eine Mitarbeiterin bei einem Gabelstaplerunfall tödlich. 2016 gab es keine tödlichen Unfälle.

BeSafe!-Programm weltweit fortgeführt

Mit unserem BeSafe!-Programm sensibilisieren wir unsere Belegschaft für das Thema Arbeitssicherheit. Mittlerweile haben wir alle Produktions- und Lagerstandorte eingebunden. Auch die Standorte von Sigma-Aldrich haben seit der Übernahme bereits mit der Einführung des Programms begonnen. Im Oktober 2016 führten wir an vier Standorten in den USA erfolgreich erste Veranstaltungen durch.

2016 fanden im Zuge von „BeSafe!“ unternehmensweit Initiativen, Kampagnen und Aufklärungsmaßnahmen statt. So führten beispielsweise einige Landesgesellschaften in Lateinamerika Sicherheitswettbewerbe durch. Um die Bedeutung des Themas Sicherheit zu unterstreichen, verleiht Merck seit 2010 jährlich den „Safety Excellence Award“. Diese Auszeichnung erhalten alle Produktionsstandorte, an denen sich keine Arbeitsunfälle ereignet haben; im Jahr 2016 waren dies 61 von 91. 41 von 61 Produktionsstandorten erhielten den Award für das Jahr 2015. An unserem Standort in Branchburg, USA, erreichte die dortige Belegschaft am 29. Januar 2016 einen besonderen Rekord: Auf eine Million geleistete Arbeitsstunden kam kein einziger meldepflichtiger Unfall.

Lösungsmittel in der Produktion ersetzt

2015 haben wir in der organischen Produktion in Darmstadt bei den meisten Reinigungsprozessen unserer Anlagen das Lösungsmittel Tetrahydrofuran (THF) durch ungefährliche Substanzen ersetzt. THF steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Durch diese Maßnahme sparen wir darüber hinaus jährlich fast 700.000 € ein.

Weltweiter Austausch für mehr Sicherheit

Unsere EHS-Manager tauschen sich bei internationalen und regionalen Treffen regelmäßig aus. 2015 fand unser weltweiter Kongress mit 70 Mitarbeitern in Darmstadt statt. Außerdem fanden 2016 Foren in Taoyuan (Taiwan) und Cork (Irland) mit 35 beziehungsweise 41 Teilnehmern statt. Hierbei standen die Themen sichere Logistik, Abfallbehandlung und die Integration der Sigma-Aldrich-Standorte im Mittelpunkt. Im Herbst 2015 und 2016 organisierten wir in Bari (Italien) das fünfte beziehungsweise sechste Best Practice Sharing Meeting. Dort trafen sich Vertreter von Unternehmen, Industrieverbänden und Universitäten. Außerdem veranstalteten wir im Berichtszeitraum in Darmstadt und Gernsheim ein Sicherheitstraining für 53 Manager aus 19 Ländern.

Gesundheitsmanagement ausgebaut

Im Rahmen unseres EHS-Managements führten wir 2015 zwei neue konzernweite Prozesse ein. Unser Travel Health & Medical Advisory Service unterstützt Mitarbeiter, die viel für uns im Ausland unterwegs sind. Sie erhalten Empfehlungen zu Impfungen oder werden zu hygienischen Risiken beraten. Das Verfahren des Physical Ability Test and Health Preservation stellt sicher, dass alle Beschäftigten die Gesundheitsanforderungen für ihre speziellen Tätigkeiten erfüllen. Diese Untersuchung hilft uns, bei Bedarf gezielte Maßnahmen einzuleiten.

In Darmstadt und Gernsheim fördert unser betriebliches Gesundheitsmanagement mit zahlreichen Aktionen und Angeboten die Gesundheit unserer Belegschaft. Im Sommer 2016 nahmen 3.682 Mitarbeiter an der Global Corporate Challenge (GCC) des Employee-Engagement-Anbieters Virgin Pulse teil. Teams mit jeweils sieben Mitgliedern ließen mit Bewegungsmessern 100 Tage lang ihre Schritte zählen. Das Ergebnis: Zusammengerechnet liefen alle Teilnehmer 67-mal um die Welt. Am Ende der GCC legten 84 % der Teilnehmer am Tag 10.000 oder mehr Schritte zurück, vor der Challenge waren es nur 29 %. Neben der Motivation, sich mehr zu bewegen als sonst, profitierten alle außerdem von praktischen Tipps zur Ernährung oder dem richtigen Umgang mit Stress. Außerdem bieten wir unseren Mitarbeitern regelmäßige Angebote wie das Aktivprogramm Fit@Merck. Damit können sie an präventiven Gesundheitskursen teilnehmen, die wir mit einem Zuschuss von bis zu 195 € pro Jahr unterstützen. Außerdem bieten wir ein Betriebssportprogramm mit aktuell 25 verschiedenen Sportarten an.

Wir analysieren die ergonomischen Bedingungen an den jeweiligen Arbeitsplätzen und setzen dann entsprechende Gesundheitsmaßnahmen um. So haben wir einige technische Verbesserungen umgesetzt, beispielsweise bei Fasshebern in der Flüssigkristallproduktion. Zudem wurden Beschäftigte im Hinblick auf ergonomisch korrektes Verhalten geschult. Unsere Life-Science-Mitarbeiter in den USA können am Early Symptom Intervention and Prevention Program (ESI) teilnehmen. Es bietet neben Trainingsprogrammen Betrachtungen des Arbeitsplatzes hinsichtlich der Ergonomie an.

LTIR
Die Lost Time Injury Rate (LTIR) misst die Anzahl der Unfälle mit Ausfallzeit (1 Tag und mehr) pro einer Million Arbeitsstunden.
EHS
Environment, Health and Safety: Mit der Abkürzung werden Umweltmanagement, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit in Betrieben beschrieben.
OHSAS
Occupational Health and Safety Assessment Series (OHSAS) ist ein internationales Arbeitsschutzmanagementsystem.
Security
Security (deutsch: Sicherheit) umfasst alle notwendigen Maßnahmen und Leitungs- und Kontrollaktivitäten zur Aufdeckung, Auswertung, Behandlung und Abwehr von Sicherheitsbedrohungen und kriminellen Machenschaften gegenüber Unternehmen. Sie dienen dem Schutz der Mitarbeiter sowie unserer materiellen und immateriellen Vermögenswerte
EHS
Environment, Health and Safety: Mit der Abkürzung werden Umweltmanagement, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit in Betrieben beschrieben.