Produkte

Innovation und Digitalisierung

Forschung und Innovation sind die Basis unseres Erfolges: Rund 2,0 Mrd. € gaben wir 2016 für Forschung und Entwicklung (F&E) aus. Wir entwickeln Technologien für ein besseres Leben. Kontinuierlich halten wir Ausschau nach bahnbrechenden Entwicklungen und Trends, um daraus neue Produkte oder zukunftsweise Geschäftsmodelle zu entwickeln. Vor allem neue Technologien und die fortschreitende Digitalisierung ermöglichen es uns, innovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle zu kreieren, die das Leben von Menschen positiv beeinflussen können. Diese Chance werden wir nutzen.

Unsere Grundsätze

Innovationsstrategie und Organisation

Die Konzernfunktion Strategie und Transformation entwickelt derzeit eine unternehmensweite Innovationsstrategie. Wir analysieren aktuelle Megatrends, beurteilen, welchen Einfluss sie auf unsere Geschäftsmodelle haben, und definieren, in welchen Bereichen wir Potenzial für neue Geschäftsideen sehen. Wir denken dabei weit über unser Kerngeschäft hinaus. Um neue Lösungsansätze zu finden, vereinbaren wir strategische Kooperationen mit Organisationen, die andere Perspektiven einnehmen. Viele solcher potenziellen Partner befinden sich im Silicon Valley in Kalifornien, USA, einem der bedeutendsten Standorte der Hightech-Industrie weltweit. Auch wir als Wissenschafts- und Technologieunternehmen vergrößern dort unsere Präsenz.

Forschungs- und Entwicklungskosten nach Unternehmensbereichen – 2016

Wir investieren in zukunftsträchtige Ideen: Unser Merck Ventures Fund stellt bis zu 300 Mio. € für Investitionen in sogenannte Start-up-Firmen bereit, die unsere Geschäftsmodelle weiterentwickeln oder ergänzen.

Um die Potenziale der Digitalisierung bestmöglich auszuschöpfen, vereinbaren wir strategische Partnerschaften: Seit Januar 2017 kooperieren wir beispielsweise mit dem Unternehmen Palantir Technologies aus Kalifornien, USA. Wir möchten die hoch entwickelten Datenanalysefähigkeiten von Palantir nutzen, um durch eine bessere und schnellere Entwicklung, Vermarktung sowie Bereitstellung von Arzneimitteln den Therapieerfolg für unsere Patienten zu erhöhen.

Weitere Informationen zu unserem strategischen Ansatz enthält unser Geschäftsbericht 2016, im Kapitel Forschung und Entwicklung.

Innovationszentrum – Ideen Raum geben

In unserem Innovationszentrum in Darmstadt bieten wir Konzernangehörigen und externen Partnern Raum und Unterstützung, um ihre Ideen weiterzuentwickeln. Dort vermitteln wir ihnen Innovationsmethoden und stellen die nötige Infrastruktur bereit, um zukunftsweisende Projekte voranzutreiben.

Vier strategische Projekte stehen im Fokus unserer Arbeit:

  • Accelerator: Weltweit gibt es zahlreiche Start-up-Firmen, die innovative Geschäftsmodelle für unsere Geschäftsfelder entwickeln. Das globale Accelerator-Programm fördert solche Start-ups in der Frühphase ihrer Entwicklung. Im Gegenzug erhalten wir Einblick in die hoch-innovative Startup-Community und erkennen Markttrends frühzeitig.
  • Internal Innovation Projects: Wir wollen die große Innovationskraft in unserem Unternehmen noch besser ausschöpfen. Daher bieten wir Mitarbeitern aus der ganzen Welt an, bis zu einem Jahr in unserem Innovationszentrum an ausgewählten Projekten zu arbeiten. Neben finanzieller Projektunterstützung werden sie von ausgewählten Experten begleitet – von der ersten Idee bis zur Produktentwicklung.
  • Innovation Think Tank: Unser Innovation Think Tank analysiert aktuelle Trends und Technologien. Dabei arbeiten wir eng mit internen und externen Experten, Forschungsinstituten und Unternehmen zusammen.
  • Innovator Academy: Die Innovator Academy zielt darauf ab, die Innovationsfähigkeit in unserem Unternehmen zu fördern. Dazu führen wir mit internen Projektteams, Think-Tank-Teilnehmern, aber auch Start-ups bedarfsorientierte Trainings und Workshops durch.

Innovationsinitiative Innospire – Mitarbeiter mobilisieren

Mit unserer Innovationsinitiative Innospire (innovation and inspiration) möchten wir das Innovationspotenzial unserer Belegschaft fördern. Alle zwei Jahre rufen wir sie dazu auf, Ideen für neue Produkte einzureichen und diese im Rahmen eines mehrstufigen Prozesses zu Businessplänen auszuarbeiten. Weitere Informationen dazu gibt es im Kapitel Mitarbeiter.

Nachwuchsförderung als Investition in die Zukunft

Gut ausgebildeter Nachwuchs ist die beste Grundlage für zukünftige Innovationen. Daher möchten wir junge Menschen für Naturwissenschaften begeistern. Schülerinnen und Schüler, die neugierig auf Chemie und Biologie sind, können in unseren Experimentierlabors Junior Lab oder livfe BioLab eigenständig forschen und experimentieren. Beide betreiben wir gemeinsam mit der Technischen Universität (TU) Darmstadt. Darüber hinaus unterstützen wir das Start-up-Programm „HIGHEST 1877“ der TU Darmstadt und fördern so innovative Ideen lokaler Start-ups.

Darüber hinaus kooperieren wir mit verschiedenen Schulen in der Nachbarschaft unserer Darmstädter Konzernzentrale. Wir unterstützen beispielsweise Lehrkräfte der sogenannten -Fächer mit Unterrichtsmaterial oder informieren sie im Rahmen der jährlichen Lehrerfachtagung NaWi-Tage@Merck unter anderem darüber, wie sie neue Technologien im naturwissenschaftlichen Unterricht nutzen können. Regelmäßig laden wir Schülergruppen zu uns ein, um ihnen Einblick in unsere Forschungsaktivitäten zu gewähren oder damit sie in unserer Children's University ihren Wissensdurst stillen. Außerdem richten wir seit mehr als 30 Jahren den Schülerwettbewerb „Jugend forscht“ aus.

Weitere Informationen zu unseren Bildungsinitiativen beinhalten das Kapitel Gesellschaft und unsere Story Talent fördern.

Digitalisierung als Innovationstreiber

Die Digitalisierung revolutioniert Märkte und Geschäftsmodelle. Sie ist auch ein wichtiger Treiber für Innovationen und erhöht die Geschwindigkeit, mit der innovative Ideen auf den Markt kommen. Wir analysieren kontinuierlich neue Wege, wie wir dieses Potenzial am besten nutzen können. Zunächst versprechen wir uns Fortschritte in den folgenden Bereichen:

  • Forschung und Entwicklung: Digitale Technologien ermöglichen uns den Zugriff auf große Datenmengen und deren schnelle Auswertung. Diese Informationen können wir nutzen, um unsere Forschung und Entwicklung zu beschleunigen. Insbesondere in unserem Unternehmensbereich Healthcare hoffen wir, die Entwicklung neuer Arzneimittel voranzutreiben, um Patienten schneller effektive Medikamente zur Verfügung stellen zu können.
  • Lieferkettenmanagement: Digitale Technologien helfen uns, unser Lieferkettenmanagement zu verbessern. Durch die zentrale Erfassung aller Daten, die unsere Lieferkette betreffen, erhalten wir wichtige Informationen in Echtzeit. So können wir beispielsweise weltweit Lieferengpässe vorhersehen und schnell darauf reagieren, um die Versorgungssicherheit von Arzneimitteln zu verbessern.
  • Interaktion mit Kunden: Mithilfe von modernen Methoden zur Datensammlung und Auswertung können wir kundenrelevante Daten effizienter nutzen. Sie helfen uns, unsere Kunden besser zu verstehen. Zudem bieten uns digitale Plattformen neue Wege, uns mit Kunden auszutauschen. Indem wir ihre Bedürfnisse besser kennen, können wir unsere Produkte und Dienstleistungen entsprechend anpassen.
  • Digitale Produktinnovationen: Die Digitalisierung ermöglicht es uns, unsere bestehenden Produkte zu erweitern sowie neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Beispielsweise ergänzen wir unsere vorhandenen Produkte um neue digitale Serviceleistungen. Ein Beispiel ist unsere Plattform Baby Wish, mit der wir Paare zum Thema Fruchtbarkeit aufklären und auch medizinischem Fachpersonal wissenschaftliche Informationen zur Verfügung stellen. Außerdem wollen wir mit innovativen E-Health- Angeboten wie DORA (Diabetes Online Risk Assessment) das Gesundheitsbewusstsein und die Behandlung von Patienten verbessern.

Aus- und Weiterbildung

Innovationskultur und Digitalisierung sind neue Themen der Merck University für Führungskräfte. Anfang 2017 starteten wir eine Partnerschaft mit der US-amerikanischen Stanford Graduate School of Business, die diese Themen für uns unterrichten wird. Unter dem Stichwort „Arbeit 4.0“ integrieren wir außerdem neue digitale Technologien in unsere Ausbildungsprogramme und bieten unseren Mitarbeitern ein modernes und innovatives Arbeitsumfeld. Weitere Information gibt es im Kapitel Mitarbeiter.

Datensicherheit

Datensicherheit ist die Basis für einen verantwortungsvollen Einsatz von Digitalisierung. Deshalb achten wir strengstens auf die Einhaltung aller Datenschutzrichtlinien, verfolgen die Entwicklung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und reagieren umgehend auf Änderungen. Mehr zum Thema Datenschutz bietet das Kapitel Strategie & Management.

Fortschritt

Intelligente Verpackungsprozesse und Medikamenteninformationen in Echtzeit

Mit unserem Projekt Smart Packaging gestalten wir die Verpackungsprozesse unserer Arzneimittel effizienter und flexibler. Durch das sogenannte Internet der Dinge vernetzen wir unsere Verpackungsmaschinen und verbessern so ihre Genauigkeit und Verlässlichkeit – gleichzeitig erhöht sich ihre Leistung. Darüber hinaus reduzieren wir Maschinenausfälle durch die neue vorausschauende Instandhaltung. Durch die unternehmensweite Vernetzung von Systemen und die Nutzung erweiterter Datenanalysen senken wir zudem Verpackungsabfälle und beschleunigen die Anpassung geänderter Produktinformationen. Das bedeutet, dass wir unsere Kunden bei neuen Erkenntnissen über Produkte schneller informieren können. Wir analysieren außerdem das Potenzial für sogenannte aktive Verpackungen, mit denen Patienten über ihr Smartphone aktuelle Informationen abrufen können.

Gut umsorgt mit der Internet-Plattform Baby Wish

Mit unseren Fruchtbarkeitsmedikamenten, -technologien und -dienstleistungen unterstützen wir Kinderwunsch-Kliniken. Darüber hinaus bietet unsere digitale Plattform Baby Wish seit April 2017 Betroffenen Informationen zum Thema Unfruchtbarkeit und den Behandlungsmethoden. Bereits seit Juli 2016 können außerdem medizinische Fachkräfte über eine andere Plattform aktuelle wissenschaftliche Informationen zum Thema Unfruchtbarkeit abrufen. Damit versetzen wir sie in die Lage, Rat suchende Paare bestmöglich zu beraten.

Erster Merck- in Afrika

Im Rahmen unserer Start-up-Förderung (Accelerator-Programm) unterstützen und organisieren wir sogenannte Hackathons: Dabei entwickeln junge Unternehmer aus unterschiedlichen Bereichen in kurzer Zeit Lösungen für definierte Fragestellungen. 2016 fand ein Hackathon in Accra, Ghana, statt – der Health Hack Accra, auf dem rund 150 soziale Unternehmer aus Westafrika zusammentrafen. Bei dieser Zusammenkunft versuchten 29 Teams aus biomedizinischen Ingenieuren, Wissenschaftlern, Programmierern und Studenten innerhalb von 48 Stunden Lösungen und Geschäftsmodelle für Afrikas drängendste Gesundheitsherausforderungen zu finden. Im Fokus standen die Themen Frauengesundheit, Zugang zu Gesundheitsversorgung, nichtübertragbare Krankheiten und Infektionskrankheiten. 28 innovative Lösungen wurden so entwickelt. Das Innovationszentrum fördert in Zusammenarbeit mit dem sogenannten Impact Hub in Accra, Ghana, die drei besten Vorschläge, die nachfolgend genannt sind:

  • CrowdAfrica: eine Crowd-Funding-Plattform zur Finanzierung von Gesundheitsversorgung
  • Peach Technologies: eine elektronische Patientenakte
  • dynaMix: eine Plattform zur Aufklärung über , die außerdem Verhütungsmittel in ländlichen Regionen besser verfügbar machen soll.

Online-Kampagne für Diabetes

In Afrika bleiben etwa 62 % der Diabeteserkrankungen unentdeckt. Um die Früherkennung der Krankheit zu verbessern und das Bewusstsein dafür zu fördern, haben wir im März 2015 gemeinsam mit verschiedenen Partnern die Online-Kampagne DORA (Diabetes Online Risk Assessment) ins Leben gerufen. Menschen in Südafrika, Namibia, Kenia, Äthiopien, Ghana, Nigeria, Mosambik und auf Mauritius können mithilfe ihres Smartphones oder Computers an einem Online-Test teilnehmen. Mit wenigen Klicks finden sie heraus, wie hoch ihr Risiko ist, an Diabetes zu erkranken. Seit dem Start besuchten schon mehr als 401.500 Besucher die DORA-Webseite. 74.294 von ihnen haben den Test durchgeführt.

MINT
MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.
Hackathon
Wortschöpfung aus Hacking + Marathon. Ein Hackathon ist eine Veranstaltung, bei der Menschen aus unterschiedlichen Fachrichtungen zusammenkommen. In wenigen Stunden oder Tagen entwickeln sie in Teams innovative Lösungen und Ideen für eine zuvor definierte Problemstellung oder Herausforderung.
Reproduktionsgesundheit
Der Begriff Reproduktionsgesundheit beinhaltet verschiedene Themen wie Schwangerschaft, Geschlechtskrankheiten, Verhütung oder Unfruchtbarkeit.